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vom   22.07.1998

Rechtsstreit um Krümmel bahnt sich an
Defekter Reaktor zurück ans Netz ?

nt/Ino Kiel. Das Kieler Energieministerium stellt sich im Zusammenhang mit einem neuen
Schaden im Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht auf einen Rechtsstreit mit dem
Kraftwerksbetreiber ein. Staatssekretär Wilfried Voigt (Grüne) berichtete, die
Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) würden in Kürze beantragen, für ein Jahr ohne
eine defekte Sicherungsmutter im Antriebsrohrgehäuse den Meiler zu betreiben. Das
werde das Ministerium jedoch nicht genehmigen, sagte Voigt. In diesem Fall wollen die
HEW das Oberverwaltungsgericht Schleswig anrufen.

Erschwerend kommt laut Voigt hinzu, daß sich inzwischen in acht Fällen der Verdacht auf Risse im Speisewassersystem erhärtet habe. Krümmel ist seit dem 19. Juni zur routinemäßigen Revision abgeschaltet.

Das Ministerium hatte am vergangenen Freitag von einem "sicherheitstechnisch bedeutsamen Defekt" gesprochen. Zwar gebe es ein weiteres Sieherungssystem, ein sogenannter Zuganker als Auffangvorrichtung für ein abrutschendes Antriebsrohrgeäuse, doch "gerade bei einer Technik, die keine Fehler erlaubt, sind zwei Sicherheitssysteme besser als nur eines" Ausgangspunkt des Schadens ist eine etwa 22 Zentimeter  starke "Steuerstabantriebsgehäuserohrmutter", deren Gewinde ausgeschlagen war.

Für uns ist diese Mutter nicht unwesentlich", sagte Voigt. Das bedeute bei einem Wegfall, "daß wir eine Änderungsgenehmigung erteilen müßten". Nach Auffassung der Aufsichtsbehörde müsse außerdem die Ursache für den Schaden geklärt sein: "Vorher wird nicht wieder angefahren". Zur Zeit sind während der Revision etwa 1 500 Mitarbeiter und Gutachter tätig. Im Mittelpunkt stehen der Tausch von 101 Brennelementen und 29 Steuerstäben. Daneben werden Rohrleitungen saniert.

Bearbeitet am:  22.07.1998 /ad


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