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vom   22.07.1998

Erneut ablehnende Stellungnahme des Landkreises - Kreistag fordert zudem:
Kein PKA-Abwasser in die Elbe       

gel Zernien. Gesprochen wurde über vertikale VerwirbeIungen, Synergieeffekte und Nuklidspezifik. Kein leichter Stoff also für die Kreistagsmitglieder. Dafür ist die Stellungnahme um so verständlicher: Nach wie vor hält der Landkreis LüchowDannenberg die beantragte Einleitung von Abwässern aus der geplanten Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in die Elbe wasserrechtlich für nicht genehmigungsfähig. Einstimmig hat der Kreistag gestern in Zernien diese Stellungnahme abgesegnet. Mehr noch: Auch mit den Stimmen der CDU hat der Kreistag, sozusagen als politische Willensbekundung, eine Einleitung der PKA-Abwässer in die Elbe generell abgelehnt. Die Entscheidung fiel einstimmig bei einer Enthaltung (Karin Bertholdes- Sandrock, CDU).

Bereits im Dezember 1997 hatte der Landkreis zum Antrag der Gesellschaft für Nuklearserviee (GNS) eine negative Stellungnahme im Rahmen der Behördenbeteiligung abgegeben. Die GNS legte nach einem Gespräch mit der Bezirksregierung eine überarbeitete Umweltverträglichkeitsstudie(UVS) vor, zu der jetzt erneut eine Öfferitlichkeitsbeteiligung läuft.
Doch diese neu gefaßte UVS "stellt nach wie vor keine ausreichende Entscheidungsgrundlage für die Einleitungserlaubnis dar", stellt nunmehr der Landkreis erneut fest.

Man stützt sich dabei auf ein Gutachten der Gruppe Ökologie. Formal sei in der neuen UVS zwar nachgebessert worden, inhaltlich sei jedoch nach wie vor einiges "unbefriedigend bzw. unzureichend." Die Kritik der Gruppe Ökologie konzentriert sich auf diese fünf Punkte: Erstens sei die Höhe der beantragten Abgaben in die Elbe in den Unterlagen nicht ausreichend begründet; es fehle eine "nachvollziehbare Darstellung" , der Stoffströme von der Quelle bis zur Ableitung. Zweitens: Alternativen zu dem Vorhaben seien unzureichend skizziert; beispielsweise alternative Konditionierung von Brennelementen und eine Verbesserung zur Behandlung flüssiger Betriebsabfälle durch eine Verdampferanlage. Drittens: Die Einleitversuehe, mit denen die Verdünnung radioaktiven Abwassers in der Elbe erfaßt werden sollte, seien nach wie vor "keine belastbare quantitative Grundlage" für mögliche Auswirkungen. Gefordert werden geeignete Einleitversuche, die auch die Strömungs- und Verdünnungsverhältnisse bei Niedrigwasser berücksichtigen.

Viertens: Verlangt werden nuklidspezifische Bewertungen der Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser, auf Flora und Fauna. Denn nach wie vor gelte, "daß mit dem Abwasser künstliche Radionuklide in die Elbe gelangen werden, die in Oberflächengewässern nichts zu suchen haben", stellt das Gutachten klar. Und fünftens wird eine Untersuchung zusammenwirkender Effekte (Synergien) gefordert. Bekanntlich gelangen unweit der geplanten PKA-Einleitung auch Abwässer aus dem Gorlebener Salzbergwerk und dem Klärwerk Lüchow in die Elbe.
Wolfgang Neumann von der Gruppe Ökologie sagte resümierend, daß die neue UVS die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Menschen nur mangelhaft erfasse. Das Argument der Antragstellerin GNS, daß sich die radioaktive Belastung der Abwässer unterhalb der natürlichen radioaktiven Strahlung befinde, wurde von Neumann gekontert: Auch durch die natürliche Radioaktivität werde bereits Krebs verursacht; jede zusätzliche Belastung mache ein erhöhtes Krebsrisiko wahrscheinlich. Neumann wiederholte seine These, daß die PKA nicht mehr als Pilotanlage gedacht sei, sondern als Anlage zur wirtschaftlichen Optimierung von Zwischenlagern.

Bearbeitet am:22.07.1998 /ad


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