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vom 29.07.1998

BLG will Umladestation Breese ausbauen - Mobiler Kran und stabile Umzäunung
Plan: "Bahnhof" für sechs Castoren

jg Breese/M. Die Castor-Verladestation bei Breese in der Marsch soll erweitert und so gestaltet werden, daß dort künftig innerhalb des umzäunten Bereichs sechs Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll umgeladen werden können.

Wie Grünen-Ratsherr Kurt Herzog der EJZ mitteilte, haben die Fraktionen des Dannenberger Stadtund des Samtgemeinderates vor wenigen Tagen von der Samtgemeindeverwaltung eine schriftliche Mitteilung erhalten, der zu entnehmen sei: Die Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) hat gegenüber der Eigentümerin des Kran- Grundstückes, der Deutschen Bahn AG, den Wunsch nach Erweiterung geäußert. Die Bahn wiederum habe sodann beim Eisenbahnbundesamt die gesetzlich bedingte planrechtliche Genehmigung beantragt.

Der Geschäftsführer der BLG, Reinhard König, bestätigte gestern gegenüber der EJZ die

BLG: Konsequenz einer politischen Forderung

Erweiterungspläne. Sie seien die Konsequenz aus der von politischer Ebene geäußerten Forderung: möglichst viele Behälter zusammengefaßt transportieren - der Sicherheit wegen. Federführend bei den entsprechenden Sicherheitsüberlegungen sei das Land Niedersachsen.
Die Umladestation soll im Rahmen der Erweiterung so gestaltet werden, daß sich der Verladekran auf Schienen über den Castoren bewegen kann. Dies mobile Verfahren sei notwendig, um bis zu sechs Behälter von einem Zug umladen zu können, erläuterte König. Außerdem bekommt der Kran eine "Einhausung". Bestätigt hat der BLG-Geschäftsführer auch, daß der Maschendrahtzaun der Verladestation durch eine stabilere Konstruktion ersetzt wird. Auch dies geschehe auf Wunsch der Sicherheitsbehörden.

Die Grünen-Ratsfraktionen in Dannenberg, so betont Kurt Herzog, werten den Erweiterungsantrag als "Affront gegenüber der Bevölkerung". Der Antrag sei offenbar gestellt worden, "um die transportfreie Zeit zu nutzen, aus der Umladestation nach fünfmonatiger Bauzeit eine Festung zu machen". Statt mit dem bisherigen Drahtzaun, weiß Herzog, soll der AtommüllBahnhof mit Rundstählen und Beton umgeben werden. Zusätzlich sollen zwei weitere Sendemasten aufgesteltt und zur "eigenen Wasserversorgung" Hydranten gesetzt werden. Offensichtlich zum Befüllen von Wasserwerfern, bemerkte Herzog im Gespräch mit der EJZ.
Der Grünen-Politiker erinnert an Beschlüsse des Kreistages und des Dannenberger Samtgemeinderates, welche unter anderem die Forderungen enthielten: Angesichts des "Castor-Skandals" sollten unverzüglich alle Meßdaten veröffentlicht werden, sollten alle Transporte ausgesetzt und das Bahnhofssowie Krangelände in Dannenberg und Breese in der Marsch auf Strahlen-Kontamination überprüft werden. "Nichts von alledem wurde bisher erfüllt", rügt Herzog. Statt dessen sei nun der Antrag auf Erweiterung der Station gestellt worden.

Grüne: Ausbau festungsähnlich

Direkt betroffen von einer Erweiterung der Verladestation, so Herzog, sei die Stadt Dannenberg. Sie plane bekanntlich eine Ausdehnung des Gewerbegebietes - dieses würde dann sehr nahe an jenem Ort liegen",an dem fortan sechs Atommüllbehälter eines Zuges umgeladen werden sollen. Die GrünenFraktionen sehen in dem geplanten Jestungsähnlichen Ausbau des Verladekrans mitten hinein in die bisher absolut unbefriedigenden Ermittlungen im Kontaminationsskandal" einen Vorgang, der nicht sachgerecht sei und bei der Bevölkerung auf Empörung stoßen werde. Mit Protesten sei zu rechnen. Nicht zu vergessen sei, daß die seit langem zugesagte Transportstudie zur Abschätzung der Gefährdung von Bevölkerung und Castor-Begleitpersonal fehle. Deshalb, so fordern die GrünenFraktionen in einer Erklärung, müsse der Antrag auf Erweiterung der Station sofort zurückgezogen werden. Die kommunalpolitischen Gremien und die Verwaltungen müßten" alles unternehmen, um den Antrag zu stoppen".

Bearbeitet am:29.07.1998


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