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vom   02.07.1998

Glogowski sieht Patzer bei Einsatz

Vorwürfe an Polizei

rei Gorleben. Daß etwas schiefgelaufen ist am 5. und 6. Juni in Gorleben, (siehe Besetzung des BLG-Infozentrums) steht für Niedersachsens Innenminister Gerhard Glogowski außer Zweifel. Einen Schuldigen hat man im Innenministerium schon ausgemacht: Es lasse sich bereits jetzt sagen, daß der Polizei vor Ort Fehler bei der Feststellung der Personalien der Besetzer unterlaufen seien, so gestern ein Sprecher des Innenministeriums. "Die eingeleiteten Strafverfolgungsmaßnahmen waren lückenhaft," erklärte der Innenminister selbst.

Und gleich noch ein zweiter Vorwurf an die örtlichen Polizeikräfte ist aus Glogowskis Bericht im Landtag unschwer herauszuhören: Zu keiner Zeit habe die Polizeiinspektion LüchowDannenberg weitere Kräfte bei der Bezirksregierung, der Bereitschaftspolizei oder dem Innenministerium angefordert.

Doch die Polizisten vor Ort ahnten bis zum Ende der Besetzung kaum etwas von größeren Schäden und Zwischenfällen im Inforinationszentrums, wie es im Zwischenbericht der vom Innenminister eingesetzten Untersuchungskommission heißt.
Andererseits befürchtete man .in Gorleben eine Eskalation der Lage durch einen "harten Einsatz " - mit Zulauf von weiteren 300 bis 400 Kernkraftgegnern, mit Körperverletzungen und massiven Schäden im Gebäude als wahrscheinliche Folgen.

Die Lüneburger Regierungspräsidentin Ulrike Wolff-Gebhardt warnte deshalb gestern davor, die örtliche Polizei zum Prügelknaben zu machen: "Die Polizei ist in Lüchow- Dannenberg immer in einer schwierigen Situation. Dem einen macht sie zu viel, dem anderen zu wenig. Bei der Turnhallenbesetzung anläßlich der Castor-Transporte etwa gab es Beifall bis in die konservative Presse für die Entscheidung, zu verhandeln und nicht gleich zu räumen. " Auf 250000 Mark beziffert die Brennelemente Lager Gorleben (BLG) den Sachschaden. Eine Summe, die nach Meinung der Regierungspräsidentin noch nachträglich gemindert werden könnte: Die Bürgerinitiative solle dafür sorgen, daß gestohlene Gegenstände zurückgebracht werden, fordert sie.

Bearbeitet am:   02.07.1998/ad


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