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vom 04.07.1998

Atomtransporte: Betreiber erstellen die Prüfvorschriften selbst
PV 511 jetzt noch umstrittener

gel Gorleben. Die Prüfvorschrift (PV) 5 11, nach der mögliche Außenkontaminationen bei Atommülltransporten überwacht werden sollen, gerät immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Wie jetzt bekannt wird, ist die PV 511 von der Atommüllentsorgerin GNS (Gesellschaft für Nuklearserviee) selbst erstellt und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zur Genehmigung vorgelegt worden. Ein völlig normaler Vorgang, meint das BfS dazu. Die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) lfhtisiert dagegen: "Die Verhältnisse werden mit der PV 511 auf den Kopf gestellt, wenn nicht das BfS, sondern die Atomfirma selbst eine Prüfvorschrift verfaßt." Und das, "obwohl ihre Anwendung eine wirksame Kontrolle von möglicherweise kontaminierten Behältern unterläuft", meint die Bürgerinitiative.

Diese BI-Behauptung sei "Humbug", sagt Dr. Viehl vom BfS. Bei dem von der GNS verfaßten und der BI vorliegenden Schreiben handele es sich um eine Prüfvorschrift, die Bestandteil der internen Betriebsvorschriften sei. Es gehe um eine interne Prüfvorschrift für das Zwischenlager in Ahaus. Geregelt sei, daß der Betreiber, in diesern Fall also die GNS, eine solche Prüfvorschrift der Genehmigungsbehörde vorzulegen habe, damit das BfS, danach genehmigen könne. In einer Prüfvorschrift ist unter anderem geregelt, an welchen Punkten radioaktive Strahlung sowohl beim Ausgang eines Transports als auch bei der Anlieferung gemessen wird. Dr. Viehl sagt, daß die Betreiber einer jeden Anlage solche Vorschriften erarbeiten müßten und vorzulegen hätten.

Für die BI ist dieses Verfahren abenteuerlich. Zumal der Inhalt der PV 511 ganz offensichtlich geheim bleiben sollte. Denn im GNS-Papier heißt es: "Diese Unterlage darf nur mit Zustimmung der GNS oder GNB Gesellschaft für Nuklear-Behälter mbh, Essen, ganz oder teilweise vervielfältigt bzw. Dritten zugänglich gemacht werden."

Nach BI-Meinung verwundert es nicht, wenn die Gorlebener Zwischenlagerbetreiberin BLG als GNS-Tochter keinerlei Grenzwertüberschreitungen feststellen will: Schließlich werde laut PV 511 bei Ankunft der Behälter auch nur an den Stellen gemessen, an denen beim Absender-Kraftwerk nicht gemessen wurde. Das Phänomen der "schwitzenden" l'ransportbehälter erzwinge hingegen Wischtests in problematischen Zonen sowohl vor dem Abtransport als auch bei der Ankunft am Zwischenlager - als Vergleich, betont die BI.
Die BLG täusche jedenfalls die Öffentlichkeit mit ihren Meldungen über unbedenkliche Meßergebnisse, wenn ausgerechnet kritische Bereiche nicht vergleichend gemessen würden. Die BI fordert deswegen erneut' eine Untersuchung unabhängiger Wissenschaftler.

Bearbeitet am: 04.07.1998 /ad


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