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vom  07.07.1998

Wer darf über Abwasserbehandlung inder PKA entscheiden?

Zuständigkeiteit bei Genehmigung offen

fk Trebel. Im Sommer kommenden Jahres wird voraussichtlich die Betriebsgenehmigung für die Pilotkonditionierungsanlage (PXA) in Gorleben erteilt. Von diesem Zeitplan der Genehmig.ungsbehörde geht die Gruppe Ökologie (GÖK), ein Zusammenschluß atomkritischer Wissenschaftler in Hannover, aus. Zur Zeit läuft das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren. In dem können Bürger Einwendungen gegen die Einleitung von PKA-Abwässem in die Elbe vorbringen.

Wolfgang Neumann von der GÖK stellte am Freitagabend in Trebel die aus seiner Sicht kritischen Punkte dieses Verfahrens vor. Schon bei der Zuständigkeit wird gestritten. So wäre beim Wasserrecht die Bezirksregierung zuständig. Die atomrechtliche Genehmigungsbehörde jedoch ist das Umweltministerium. Das ist aber auch gleichzeitig die vorgesetzte Behörde der Bezirksregierung.

Unstrittig ist, daß die wasserrechtlichen Kriterien schärfer sind als die atomrechtlichen. Nach dem Wasserrecht müsse jede Verunreinigung eines Gewässers unterbleiben. Zumindest müsse die Verunreinigung, so weit technisch möglich, verringert werden.

Beides sei im Fall der PKA-Abwässer jedoch nicht geplant. Schon der Verdampfer, mit dem Abwässer in der Anlage behandelt werden sollen, sei nicht auf dem technisch neuesten Stand. Es gebe Verfahren, mit denen die radioaktive Belastung der Abwässer weit stärker verringert werden könne, als dies in der PKA bisher geplant sei, erklärte Neumann.
Das technisch ausgereifteste an der Einleitung von PKA- Abwässern in die Elbe sei die Rohrleitung. Die sei doppelwandig und mit elektronischen Fühlern zur Erkennung von Leckagen versehen. Aber was am Ende herauskommt und wie es sich im Strom verteilt, darüber gibt es nach Angaben des Wissenschaftlers keine zuverlässigen Angaben. Es seien Versuchsmessungen vorgenommen worden: Wie werden sich die Abwässer und mit ihnen die Radionuklide im Elbewasser verteilen?

Es sei allerdings nicht einmal sicher, so Wolfgang Neumann, ob man bei den Messungen auch wirklich den Einleitungspunkt am Strom erwischt habe. Nur zufällig seien die Meßfühler in der Abwasserfahne gelandet, so daß keine systematischen Werte ermittelt werden konnten. Statt dessen habe man die gefundenen Werte rechnerisch gemittelt, um so Aussagen machen zu können über die zu erwartende Belastung.

Als Belastungspfad für den Menschen sei einzig der Fisch in der Elbe betrachtet worden. Andere Belastungspfade, etwa durch Überschwemmungen, kämen nicht vor. Als Maßstab diente nach Neumanns Angaben ein lebender Fisch, der 400 Meter von der Einleitunggstelle die zu erwartenden Abwässer abbekommen würde. Was sich bei ihm an Schadstoffen bemerkbar mache, das sei als Wert in die Genehmigungsunterlagen eingegangen.

Die Unterlagen selbst enthielten an verschiedenen Stellen unterschiedliche Angaben über die Abwasserbehandlung in der PKA- Doch ob das wasserrechtlich oder atomrechtlich betrachtet wird, darüber streiten sich zur Zeit Bezirksregierung und Umweltministerium.

Bearbeitet am:07.07.1998 /ad


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