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vom 08.06.1998          

Nach der Besetzung des Infohauses in Gorleben - BLG-Sprecher:"purer Vandalismus"
BLG bilanziert 100 000 DM Schaden

by Gorleben. Einen Schaden bis zu 100 000 DM bilanziert die BLG in Gorleben nach dem Auszug der Besetzer aus ihrem Infohaus am späten Sonnabendnachmittag. Die Polizei ermittelt nun nicht mehr nur wegen Hausfriedensbruchs, sondern auch wegen Raub, Diebstahl und Sachbeschädigung.

BLG-Pressesprecher Jürgen Auer spricht von "purem Vandalismus". Ziel der Aktion der Atomkraftgegner sei es offensichtlich gewesen, "Randale" zu machen. Verschwunden seien beispielsweise ein Videorecorder und ein Videoprojektionsgerät, nahezu sämtliche ausgestellten Modelle wurden beschädigt, Castor-Modelle entwendet, Schränke und Wände beschmiert, Schautafeln mit TagX-Plakaten beklebt. Außerdem leerten die Besetzer den alkoholischen und alkoholfreien Getränkevorrat der BLG, durchwühlten Schränke und entwendeten "wertvolle Unterlagen".

Und weil die einem Mitarbeiter geraubten Schlüssel verschwunden seien, werde auch eine neue Schließanlage benötigt, sagte Auer.
Die Atomkraftgegner hatten das BLG-Haus am Sonnabend gegen 17 Uhr freiwillig verlassen. Das Ziel, Öffentlichkeit zu bekommen, sei erreicht worden, heißt es aus den Kreisen der Besetzer. Ihnen sei aber auch klar gewesen, daß ihre Forderung, Prof. Wilhelm Collin vom Bundesamt für Strahlenschutz zu sprechen, der seit 1985 von verstrahlten Atommülltransporten wisse, auch bei Fortdauer der Besetzung nicht erfüllt worden wäre. Ursprünglich hatten sie "unbegrenzt" im Infohaus bleiben wollen, für Sonnabend abend war bereits ein Fest angekündigt worden.

Was den von der BLG beklagten Schaden angeht, seien dies "Überreaktionen Einzelner", und die seien "teilweise verständlich im Hinblick auf die Lügen und Betrügereien der Betreibergesellschaft", erklärten Hermann Bammel und Hajo Främke als Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Sie verwahrten sich gegen den Vorwurf des "beabsichtigten Vandalismus". Die im Vorfeld von den Atomkraftgegner abgegebenen politischen Forderungen seien weiter gültig.

Bearbeitet am:  08.06.1998   /ad


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