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vom   25.06.1998

Atomkraftgegner vor Lüneburger Amtsgeiticht
Geldbußen für Castor-Stopp       

 

rast Gorleben. 3. März 1997, 17.42 Uhr: Ein Castor-Transport startet vom Lüneburger Westbahnhof aus zu seiner letzten und schwersten Etappe. Nachdem bereits in Lüneburg Demonstranten die Abfahrt um eine Stunde verzögerten, kommt es auf der Strecke nach Dannenberg zu weiteren, für den Transport zeitraubenden Aktionen von Atomkraftgegnern. Spektakulär dabei ein Zwischenfall bei Dumstorf: Vier junge Castor- Gegner ketten sich so an den Gleisanlagen fest, daß der Zug einen Zwangsstopp von mehr als 40 Minuten einlegen muß.
Applaus gab es am Dienstag von den 70 Zuhörern, als das Amtsgericht Lüneburg das
Quartett mit Geldbußen von je, 200 DM belegte. Das Verfahren wegen öffentlicher Betriebe wurde eingestellt. Die drei Studenten und die Studentin müssen die Geldbußen an den Verein "Kinder von Tschernobyl" überweisen, die Kosten des Gerichtsverfahren, hat die Landeskasse zu bezahlen.
Die Angeklagten hatten sich auf der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg paarweise aneinandergekettet und dabei die Arme durch Metallrohre gesteckt, die unter den Gleisen durchgeschoben waren. Die Rohre mußten aufgeflext werden, damit der Castor-Transport weiterfahren konnte.
Nach übereinstimmenden Aussagen von fünf BGS-Beamten hatten die Atomkraftgegner während der "passiven Liegeaktion" keinen Widerstand geleistet, was ein Videofilm bestätigte. Signalwirkung hatte für die Entscheidung ein Prozeß, der vor einer Woche ebenfalls vor dem Amtsgericht beendet worden war. Ein Mann, der Demonstranten am 3. März 1997 per Megaphon aufgefordert hatte, sich auf die Gleise zu setzen, erhielt ebenfalls eine Geldbuße. Auch dieses Verfahren wurde eingestellt.

Bearbeitet am:25.06.1998 /ad


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