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vom  25.06.1998

Konferenz der Anti-Atom-Initiativen
"Geordnet beenden"        

we Gorleben. Mit allen politisch zur Verfügung stehenden Mitteln solle ein nächster Castor- Transport gestoppt werden. Diesen Beschluß faßte eine bundesweite Konferenz der AntiAtom-Initativen in Marburg, an der auch Aktivisten aus dem Wendland teilnahmen. In den Atonikraftwerken Biblis, Ohu und Stade werde es in absehbarer Zeit eng. Sobald erkennbar Vorbereitungen zu einem Abtransport der abgebrannten Brennelemente getroffen werden, würde bundesweit zu Aktionen am jeweiligen AKW mobilisiert. Ein weiteres Aktionsfeld würden auch die Grenzübergänge nach Frankreich sein, über die Brennelemente zur Wiederaufbereitungsanlage Cap de La Hague rollen sollen.

Der gegenwärtige CastorStopp nach dem Bekanntwerden der äußerlichen Kontamination der Transportbehälter basiere lediglich auf einer mündlichen Verabredung zwischen den AKW-Betreibern und der Ministerin, könne also jederzeit widerrufen worden, mahnte Wolfgang Ehmke von der hiesigen Bü gerinitiative Umweltschutz die rund 120 Teilnehmenden. Aus dem Stillhalteabkommen zwischen der Atomindustrie und ihrer Reaktorministerin müsse ein bestandskräftiger Atomtransportstopp werden.

Wie die Enthüllungen zeigten, komme bereits der Normalbetrieb in der Atomwirtschaft einem Dauerstörfall gleich: unterschlagene Fakten, gefälscht Meßprotokolle, ein leichtfertiger Umgang mit lebensbedrohenden Stoffen - auch ohne Störfälle sei die Atomindustrie im doppelten Sinne"außer Kontrolle". Deren tiefe Akzeptanzkrise motiviere viele Menschen sich für den Sofortausstieg zu engagieren. Nur durch konsequent anhaltenden Widerstand könne dieses Ziel erreicht werden. Deshalb ruft die Konferenz zu einem Aktionstag im September an" ausgewählten Standorten der atomaren Brennstoffspirale" auf.

Überfällig sei es, das schwerwiegende Problem der Behälterintegrität zu thematisieren, sagte Ehmke im Anschluß an die Konferenz. Die deutschen Castor-Behälter würden seit Anfang der 80er Jahre keinen praktischen Tests mehr ausgesetzt. obwohl sich deren Geometrie und teilweise auch der Werkstoff verändert habe. Die BI fordere angesichts des Castor-Debakels: "Die Atomwirtschaft muß nicht neu geordnet werden, sie muß geordnet beendet werden."

Bearbeitet am: 25.06.1998 /ad


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