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vom  26.06.1998        

Störfall Unterweser: Mögliche Bedienungsfehler ausgeblendet
Risikofaktor Mensch

dpa Hannover. Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Unterweser vom 6. Juni müssen nach Ansicht des niedersächsisehen Umweltministers Wolfgang Jüttner (SPD) Konsequenzen in allen Atomkraftwerken gezogen werden. Es sei erschreckend, daß mehrere Bedienungsfehler unbemerkt geblieben seien. Eine solche "Kumulation menschlichen Versagens hatte sich bisher niemand vorstellen können", sagte Jüttner gestern in Hannover nach einem Besuch in dem Atomkraftwerk bei Esenshamm.

In allen Atomkraftwerken müsse das Sicherheitskonzept grundsätzlich überprüft und so gestaltet werden, "daß menschliches Versagen integriert ist, forderte der Minister. Für die Zukunft müsse sicher schlossen sein, daß sich Ähnliches wiederhole.

Der Störfall hatte sich bei der Suche nach einer Leckage im Turbinenölsystem des Kraftwerkes Unterweser ereignet. Unter anderem waren zwei Schlüssel verwechselt worden. Nach Einschätzung des Ministeriums war es die schwerwiegendste Panne seit Jahren in einem deutschen Atomkraftwerk. Betreiber PreussenElektra hatte den Zwischenfall später als Störfall eingestuft. Das Atomkraftwerk wird laut Jüttner voraussichtlich erst im August wieder ans Netz gehen können.

Bearbeitet am: 26.06.1998  /ad


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