vom 13.03.1998

Polizei fordert Versorungszusage bei Schädingung durch Strahlung

Demoverbot im Castorkorridor

dpa Düsseldorf/Bonn/Lubmin. Während des für Ende März geplanten Castor-Transports wird um das westfälische Zwischenlager Ahaus ein weitreichendes Demonstrationsverbot verhängt. In einem 12 Kilometer langen und etwa 600 Meter breiten Transportkorridor würden auf den Bahngleisen alle Demonstrationen verboten, kündigte der norddrhein-westfälische Innenminister Franz-Josef Kniola (SPD) gestern vor dein Innenausschuß des Düsseldorfer Landtags an. Auch fünf der neun geplanten "Widerstandscamps", die in der Nähe des Zwischenlagers errichtet werden sollten, würden verboten. Der Innenminister befürchtet gewalttätige Aktionen von bis zu 2 000 Autonomen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangte von Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) eine "angemessene Versorgungszusage" für mögliche Gesundheitsschäden durch atomare Strahlung bei den Bundesgrenzschutz-Beamten, die zum Schutz des Castortransports eingesetzt werden.

Die Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund beklagte, mangelnde Rückendeckung der nordrhein- westfälischen Landesregierung für die Polizei.

Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) warf unterdessen der Umweltorganisation Greenpeace vor, sie wolle mit unhaltbaren Behauptungen die Bevölkerung verunsichern und gegen Castor-Transporte mit Atommüll aufbringen Prüfungen hätten ergeben, daß auch bei schweren Unfällen das radioaktive Material im CastorBehälter bleibe und eine weiträumige Verstrahlung nicht erfolgen könne, erklärte Merkel in Bonn. Greenpeace hatte erklärt, mit dem erstmals für Atommülltransporte eingesetzen Castor Typ V/52 seien keine Unfalltests ausgeführt worden. Er erfülle nicht die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen.

Bearbeitet am:13.03.1998 /ad


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