vom 16.03.1998

GEW gibt den Kollegen Rückenstärkung

"Ausstieg ernsthaft betreiben"

by Lüchow. Der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich vor die Kolleginnen und Kollegen gestellt, die wegen ihres Fernbleibens vom Dienst am Tag X' belangt werden sollen. Nach Meinung der GEW sind die Schulen daran gehalten, im Rahmen des "Flexiblen Unterrichtserlasses" auf vorhersehbare Ereignisse autonom zu reagieren. Da es abzusehen gewesen sei, daß sehr viele Schüler an jenem Tage nicht erscheinen würden, hätten die Schulen Vertretungspläne vorbereitet. Für die anwesenden Schüler sei also der Unterricht nicht ausgefallen, sondern sie hätten stundenplanmäßigen oder Vertretungsuntericht erhalten, stellt GEW-Vorsitzender Eberhard Jacobshagen klar.

Außer der juristischen Ebene habe die ganze Atomproblematik auch ethische, religiöse, politische und ökologische Aspekte, die jeden bewußten Staatsbürger nicht unbeteiligt lassen können, meint Jacobshagen. Die Menschen, die aus diesen Gründen handelten, sollte man nicht kriminalisieren.

Die Demokratie lebe von engagierten Menschen, die sich in vielfältigen Formen in öffentliche Belange einmischten. Wenn also Ruhe und ein geregeltes Arbeiten und Leben in den Landkreis zurückkehren sollten, müsse an die Ursache gegangen werden. Das bedeute, "den sofortigen Ausstieg aus der Atomwirtschaft ernsthaft zu betreiben".

Bearbeitet am: 16.03.1998/ad


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