vom 19.03.1998

Bahn-Kritik 1:
"Saustall ausmisten"

Bahn-Kritik 2 :
Eindeutig pro Atom"

gel Gorleben. Als "untemehmerische Fehlleistung" kritisiert der CDAK (Bundesverband der Christlichen Demokraten gegen Atomkraft) die Weigerung der Bahn AG, hiesige Atomkraftgegner nach Ahaus zu transportieren (EJZ berichtete). Das Verhalten der Bahn AG sei "völlig unverstäiidlich", da sich-jedes normale Unternehmen über Aufträge freue, meint der CDAK. Bekanntlich hatte sich die Bahn AG geweigert, der Bäuerlichen Notgemeinschaft ein Angebot für einen Sonderzug nach Ahaus zu unterbreiten.

"Teil der Nuklearlobby"

Die Notgemeinschaft wollte mit 50 Traktoren und hundert Personen zu den Demonstrationen nach Ahaus reisen. Die Deutsche Bundesbahn, kritisiert nun der CDAK, gehöre schon seit Jahren "zum nuklearen Komplex". Die Bahn werde in aktuellen Publikationen der Nuklearlobby als Mitglied geführt und müsse deshalb sogar Beiträge an das Deutsche Atomforum abdrücken, weiß der CDAK. Die Bahn AG komme erst dann aus den Negativschlagzeilen heraus, wenn die Besetzung von Führungspositionen dem Postengeschacher der Parteien entzogen werde. Bei der Privatisierung des Unternehmens wi11 der CDAK seinen Beitrag dazu leisten, "diesen Saustall gründlich auszumisten".

Bahnkritik 2

Ir Gorleben. Das "maulfaule Verhalten" der Bahn AG genüber der Bäuerlichen Notgmeinschaft sei politisch grotesk, Dies meint die hiesige Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) zur Weigerung der Bahn AG den Atomkraftgegnern ein Angebot für einen Sonderzug zur AntiCastor- Demonstration nach Ahaus zu unterbreiten. Die Bahn AG mache sich damit eindeutig zur Pro-Atom-Partei im Streit um die Castor-Transporte,
findet die BI - und mache sich dabei in besonderer Weise angreifbar.

   Rechtlich fragwürdig

Die BI kritisiert: Entweder sehe die Bahn AG in den Atomkraftgegnem potentielle Kriminelle oder sie wolle gar an diesem Bild mitstricken. Die Bahn AG wandele zudem auf rechtlich fragwürdigem Terrain, meint die BI: denn als Monopolist bestehe der Zwang, eine Preisliste wie bei jeder anderen Fracht vorzulegen. Die BI sieht in dem Verhalten eine "rechtswidrige Parteinahme für die Atomindustrie". Die Bahn AG solle sich lieber um das Castor- Transportrisiko kümmern.

Bearbeitet am: 19.03.1998/ad


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