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vom 04.05.1998

Salinas Salzgut GmbH: Erster Meter an der Bohrstelle niedergebracht - Signalpyramide:
"Pfahl im Korpus des Konkurrenten" 

gel Gorleben. Das "Panorama der ewigen Kunst" - es soll sich unterhalb der "monumentalen Pyramide" befinden, entlang einer geheimen Treppe in einer "Kunstkaverne". So wünscht es sich der Künstler Uwe Bremer. Doch nicht nur das "Panorama der ewigen Kunst" wird in Bremers Vision dort zu finden sein: tief im Boden des Jagens 262 im Gorlebener Wald. Vor allem Salz wird dort anzutreffen sein. Salz, aus dem die Salinas Salzgut GmbH Badesalz, Speisesalz, Heilsalz und mehr produzieren will. Gestern wurde an der geplanten Bohrstelle mit einer symbolischen Aktion der erste Meter auf der Förderstelle niedergebracht. Zudem wurde bei einer Kunstaktion eine Signal pyramide errichtet: eine von vier Seilen gestützte hohe silberne Stange über einem Findling auf der Bohrstelle. Die Pyramide soll ein "Pfahl im Korpus unserer Konkurrenten" sein, sagte - Grundstücksbesitzer Andreas - Graf von Bernstorff vor rund - hundert Besuchern des gestrigen Happenings.
Die Konkurrenten - das sind - für Salinas diejenigen, die unweit der Salinas-Bohrstelle auch im Salz rumbuddeln, allerdings aus anderen Gründen: Sie erkunden ein mögliches atomares Endlager. Doch welches Vorhaben hat denn nun Vorrang?
Salinas hat bekanntlich einen Rahmenbetriebsplan genehmigt - bekommen: zur Salzförderung. Versehen allerdings mit einer nicht unwesentlichen Auflage. In einer gutachterlichen Stellungnahme solle belegt werden, daß die Salzförderung das Erekundungsprojekt und ein mögliches Endlager nicht gefährde. Salinas werde diese Auflage jedenfalls anfechten, sagte deren Geschäftsführer Thomas Hauswaldt. Vielmehr die Endlagerforscher müßten ein Gutachten vorlegen, "damit sie uns nicht stören". Denn schließlich wisse Salinas sehr genau, was es im Salzstock wolle, und besitze auch die Salzrechte. Doch mit Blick auf das Erkundungsbergwerk fragte Hauswaldt: "Was
machen die da drüben eigentlich?" Die Salzförderer kritisieren, daß die Endlagerplaner noch nicht einmal Kriterien nennen können, denen ein sicheres Endlager genügen müsse. Was Salinas auch von den Behörden wissen will: Wie solle festgestellt werden, ob eine Salzförderung ein potentielles Atommüll-Endlager störe, wenn jetzt noch nicht einmal Umfang und Ende der Eignungsuntersuchungen absehbar seien?
Auch von Bernstorff sprach von einem "Pferdefuß" durch die Auflage bei der Genehmigung. Der Graf findet: "Die müssen nachweisen, daß sie unser Vorhaben nicht gefährden." Dann bohrte er zusammen mit Thomas Hauswaldt den ersten Meter auf der Salzförderstelle an. Ein großer Findling hält die Bohrstelle zunächst unter Verschluß. Danach installierten Uwe Bremer und Klaus Müller-Klug vom Westwendisehen Kunstverein die Signalpyramide.

Bearbeitet am: 04.05.1998/ad


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