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vom  08.05.1998        

Verstrahlte Container nach La Hague - Bundesumweltministerin Merkel räumt ein:
Kontrollücken auch in Deutschland

dpa Paris/Bonn. Nach dem Stopp von Atommülltransporten in Erankreich wegen überhöhter Strahlung aus Waggons und Containern (wir berichteten) fordern Gewerkschaften nun medizinische Untersuchungen für Verlade-Arbeiter.
Der Direktor des Amtes für Strahlenschutz, Jean-Francois Laeronique, meinte, der Vorfall sei unnormal. Auf den Außenwänden von Transportbehältern waren bis zu 2 000 Becquerel gemessen worden - 500mal mehr als erlaubt. Der Verladebahnhof Valognes nahe der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague weise eine nennenswerte Belastung auf. Die Betreiberfirma von La Hague, Cogema hatte jedoch erklärt, daß die freigesetzte Strahlung für die Arbeiter gefahrlos sei.

Die Bundesregierung hat bislang keine Erklärung für die Ursachen der Verstrahlungen Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) räumte jedoch ein, daß es bei solchen Transporten aus deutschen Kernkraftwerken mangelnde Transparenz gebe. Es gebe aber keine Erkenntnisse, daß Behälter oder Waggons zum Zeitpunkt der Verladung in Deutschland kontaminiert gewesen seien.

Überprüft auf Strahlung würden beim Ladevorgang in deutschen Atomkraftwerken allerdings auch nur die Behälter, nicht aber die Waggons, erläuterte sie. Beide stammten aus Frankreich. Offensichtlich liege hier das Problem. Das Eisenbahnbundesamt als für den Schienenverkehr zuständige atomrechtliche Auf sichtsbehörde sei mit der Ursachenklärung beauftragt worden.
Bei insgesamt 55 Transporten aus deutschen Kernkraftwerken mit abgebrannten Brennstäben nach La Hague seien 1997 bei elf Waggons und zwei Behältern Kontaminierungen festgestellt worden, erläuterte Frau Merkel. Sie sei darüber in der vergangenen Woche von Frankreich unterrichtet worden.

Bearbeitet am: 08.05.1998/ad


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