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vom   09.05.1998

MdEP von Blottnitz zur Kontaminierung von Atomtransportfahrzeugen
"Unglaubliche Schlampereien  

Ir Lüchow. "Die Warnungen der Grünen bezüglich fehlender Sorgfalt und Sicherheit der Atomtransporte, darunter auch jene nach Gorleben, haben sich aufs Schlimmste bestätigt", meint die Grabower Europaabgeordnete Undine von Blottnitz. Die Energiepolitikerin der Eurogrünen kommentiert jüngste Informationen französischer Sicherheitsbehörden, die zum Teil hundertfach erhöhte Radioaktivitätswerte auf den Transportfahrzeugen atomarer Frachten gemessen haben.

Von Blottnitz hält diesen Sachverhalt für "einen "handfesten Skandal". Wieder einmal hätten sich die von Atomkraftgegnern stets vermuteten "Schlampereien und gefährlichen Fahrlässigkeiten im Zusammenhang mit Atomtransporten aufs Schlimmste bestätigt".

Die Oberflächenkontaminationen seien auch bei einzelnen Transporten aus deutschen Kernkraftwerken festgestellt worden. Undine von Blottnitz befürchtet, daß auch bei den Rücktransporten aus La Hague zum Beispiel ins Gorlebener Zwischenlager in ähnlicher Weise geschlampt worden ist. Bei einem französischen Transport seien einzelne Grenzwerte bis zum Hundertfachen überschritten worden, erfuhr sie vom französischen Atomexperten Mycle Schneider.
Nach Angaben der französischen Sicherheitsbehörde sei die Ursache dieser Oberflächenkontamination nicht auf einen Dichtheitsverlust der Behälter zurückzuführen, sondern auf Vorgänge bei der Beladung, heiße es aus dem Bundesumweltministerium.
Dort wiegele man auf Grundlage der französischen Informationen aber gleich in bekannter Manier ab, daß aufgrund der Transportdurchführung unter Hauben kein radiologisches Risiko für die Bevölkerung bestehe.
Ganz anders sieht das Undine von Blottnitz. Bei den durch Dörfer und Städte rumpelnden Atomtransporten werde im wahrsten Sinne des Wortes viel Staub aufgewirbelt, in dem sich trotz der Kunststoffabdeckungen radioaktive Partikel befinden können, die - einmal in die Atemwege gelangt - ein erhöhtes Krebsrisiko bedeuteten. Nicht umsonst fordere die französische Sicherheitsbehörde von den französischen Betreibern Abhilfe.

Gleiches erwartet die Grabower Europaparlamentarierin Undine von Blottnitz von den deutschen AKW-Betreibern. Umweltministerin Merkel forderte sie zudem auf, sämtliche Atomtransporte solange auszusetzen, bis die "unglaublichen Schlampereien vollständig geklärt und behoben" seien.

Bearbeitet am: 09.05.1998/ad


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