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vom 15.05.1998

Atomausschuß kritisiert PKA-Meßprogramm:
NMU als Erfüllungsgehilfe ?

gel Lüchow. Im Kreisatomaussehuß tritt man auf der Stelle. Schon seit Monaten will man endlich Transparenz in die Umgebungsüberwachung der Gorleben-Anlagen bekommen. Doch die Emissionswerte "werden uns systematisch vorenthalten", kritisierte Ausschußbeisitzer Udo Jentzsch am Mittwoch. Herbert Waltke (Bündnisgrüne) ging noch einen Schritt weiter: "Nach dem, was wir hier heute gehört haben, kann ich nicht mehr ruhig schlafen."

Vom NMU- wird mehr erwartet

Und das hatten die Ausschußmitglieder gehört: Wolfgang Schorr vom niedersächsischen Umweltministerium messen. Nicht erfaßt wird dabei die Emission: das, was direkt beispielsweise aus dem PKA-Schornstein entweicht. Gemessen werden sollen vom NMU in der Luft Jod, Plutonium, Alpha-, Gamma- und Neutronenstrahlung in Meßhäusern und im Bereich des Zauns. Auch seien vier Probestellen für Milch vorgesehen. Im Boden und beim Bewuchs sollen an acht Stellen Proben genommen werden. Zur Beweissicherung werde die Betreiberin BLG demnächst ihre eigenen Messungen veröffentlichen. Das NMU dagegen könne aus Datenschutzgründen ihre Messungen nicht öffentlich vorstellen, so Schorr.

Im Atomaussehuß war man mit dieser Antwort nicht zufrieden. Für die Asse würden schließlich vom NMU die Daten auch jedes Jahr veröffentlicht, merkte Udo Jentzsch an. Also: "Warum können die Dinge nicht auf den Tisch gepackt werden?" Und KlausPeter Dehde (SPD) meinte, daß die BLG-Zahlen allein ja wohl nicht reichen würden; man erwarte auch eine "nachvollziehbare Bewertung des NMU" dazu.
Was Jentzsch auch wissen wollte: Würden denn auch die radioaktiven Isotope Tritium und C-14 bei den Messungen erfaßt? Wolfgang Schorr ließ sich dabei nicht festnageln: Eventuell ja, das müsse man noch mit dem Landesamt für Ökologie, das die Messungen ausführt, abstimmen. Er meinte, daß Transparenz schon gegeben sei, wenn Milchproben genommen würden. Und: Sollte es einen Störfall in den Gorleben-Anlagen geben, laufe der im NMU direkt auf.

Das alles hält Wolfgang Wiegreffe (UWG) für zu wenig. "Die Lüchow-Dannenberger erwarten, daß das NMU mehr macht", sagte er. Er sieht im Umweltministerium nur noch "Erfüllungsgehilfen der Betreiber". Die vom NMU gemessenen Daten müßten veröffentlicht werden.

Bearbeitet am: 15.05.1998 /ad


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