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vom 19.05.1998

"Bewußt der Gefahr ausgesetzt"         

 

lr Lüchow. Atomkraftgegner und -gegnerinnen wollen heute Bundesumweltnünisterin Dr. Angela Merkel eine Protestresolution überreichen, mit der sie auf die überhöhten Strahlenwerte bei Castor-Transportbehältem reagieren. Die Einstellung der Atommülltransporte durch die Bahn AG komme viel zu spät, kritisiert die Lüchow- Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz (BI). Monatelang habe das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) von den verstrahlten Behältern gewußt, und dennoch seien beispielsweise Transportarbeiter "bewußt der Gefahr einer Verstrahlung ausgesetzt gewesen!"

Empörung habe vor allem ausgelöst, daß das Bonner Umweltressort vor einer Woche noch von Verstrahlungen auf der Außenwand der Behälter von 14,8 Becquerel (Bq) gesprochen habe und jetzt einräumen müsse, daß Werte bis zu 13 400 Bq pro Quadratzentimeter gemessen worden seien. "Wie können Sie angesichts dieser Werte immer noch davon sprechen, daß es keine gesundheitliche Gefährung gibt?" fragt Wolfgang Ehmke von der BI die CDU-Umweltministerin.

Mit Blick auf die CastorBehälter, die bereits in Gorleben eingelagert wurden, stelle sich die Frage, ob überhaupt Wischtests vorgenommen worden seien. Untersucht werden müsse auch die mögliche Kontaminierung der Castor-Umladestation in Dannenberg. Zu hören bekommt Umweltministerin Merkel heute auch diese Frage: "Stimmt es, daß die Messungen am Castor allein durch die Betreiber vorgenommen werden?"

Für die Bürgerinitiative die Zuverlässigkeit der Betreiber, aber auch die der Überwachungsbehörden zur Disposition, der Transportstopp sei deshalb eine logische Konsequenz.

Bearbeitet am: 19.05.1998 /ad


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