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vom  20.05.1998

Weitere Atombehälter verstrahlt
Transportstopp gefordert        

Ini Hannover/Bremen. Verstrahlte Atommüllbehälter aus Deutschland sind auch in der britischen Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield gefunden worden. Das hat das niedersächsische Umweltministerium unter Berufung auf den Betreiber des Atomkraftwerks Emsland in Lingen, die Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH, gestern in Hannover mitgeteilt. Der niedersächsische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Umweltorganisation Greenpeace verlangten einen sofortigen Stopp der Atomtransporte. Niedersachsens Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen forderten eine Sondersitzung des Umweltausschusses.

An sechs von insgesamt 312 Transportbehältern sind in den vergangenen drei Jahren nach Angaben des Umweltministeriums Strahlenwerte von zehn bis 20 Becquerel je Quadratzentimeter gemessen worden. Zulässig sind vier Becquerel.

Wie bei den Transporten nach La Hague habe auch bei denen nach Sellafield vor der Abfahrt kein Behälter überhöhte Strahlenwerte aufgewiesen, teilte Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) mit. Unterdessen haben Bremer Wissenschaftler an Tauben aus Sellafield eine erhebliche Plutoniumverseuchung nachgewiesen. Besitz oder Transport von mehr als vier solcher Tauben wäre nach deutschem Strahlenschutzrecht anzeigepflichtig.

Bearbeitet am: 20.05.1998/ad


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