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vom 30.05.1998

Castor-Skandal: Gewerkschaft der Polizei will Strafanzeige stellen:
"Verdacht der Gefährdung erfüllt"

Ir Lüchow. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wird wegen der seit langem bekannten unzulässigen Verstrahlung der Außenflächen von Atommüllbehältern Straf anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Lüneburg stellen. Diesen Beschluß hat der GdP-Landesbezirksbeirat gefaßt. "Die bei CastorTransporten unmittelbar im Gefährdungsbereich eingesetzten Kolleginnen und Kollegen haben jedes Vertrauen in die Aussagen der Betreiber, Kontrollbehörden sowie politisch Verantwortlichen verloren", teilt der Landesbezirksbeirat mit. Für die betroffenen Beamten stehe fest: Sie sind unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Castor-Einsätze geschickt worden.


Durch die Medienberichte sei klar, daß schon seit Mitte der 80er Jahre auf der Basis der Meßergebnisse französischer Aufsichtsbehörden den Betreibern und den deutschen Kontrollbehörden - vermutlich auch den politisch Verantwortlichen mit der Bundesumweltministerin an der Spitze - bekannt ist, daß die Außenflächen der Castor- Behälter weit über die zulässigen Höchstwerte kontaminiert waren. Vor diesem Hintergrund ist nach Ansieht eines GdP-Sprechers der "Verdacht der Gefährdung nach § 311 des Strafgesetzbuches erfüllt".


Zudem sollen die Polizisten, die bei den Transporten in der Nähe der Atommüllbehälter eingesetzt waren, aufgefordert werden, das mögliche Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung gegenüber dem Dienstherrn rechtlich durch Antrag auf Anerkennung als Dienstunfallfolge abzusichern. Es sei die Pflicht der GdP, die berechtigten Ängste ernst zu nehmen und rechtsstaatlich zu reagieren.

Bearbeitet am:30.05.1998 /ad


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