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vom   23.11.1998
HEW kündigt sofortige Überprüfung an
Studie: Plutonium in der Elbmarsch      

dpa Geesthacht. In der Nähe des umstrittenen Atomkraftwerks Krümmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) haben Wissenschaftler der Universität Bremen angeblich erstmals das gefährlich strahlende Plutonium nachgewiesen. "Die Messungen ergaben eine eindeutige Kontamination der Samtgemeinde Elbmarsch mit Reaktorplutonium", betonte die umstrittene Bremer Wissenschaftlerin Prof. Inge Schmitz-Feuerhake. In der Umgebung von Krümmel gibt es eine bislang nicht geklärte Häufung von Leukaänneerkrankungen.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) bat die zu ständige schleswig-holsteinisehe Aufsichtsbehörde umgehend um eine Stellungnahme. "Die Ergebnisse müssen sorgfältig geprüft werden", sagte Trittin gestern in Bonn.

Der Sprecher der Hamburgischen Elektrizitätswerke (HEW) als Betreiber des AKW, Johannes Altmeppen, äußerte heftige Kritik an der Bremer Professorin: "Die Methode von Prof. Schmitz-Feuerhake kennen wir: Erst die Schlagzeile, und, bei Überprüfungen ist bislang alles als falsch zusammengebrochen. Das wird hier auch so sein." Er kündigte jedoch wie der schleswig-holsteinische Energiestaatssekretär Wilfried Voigt
(Grüne) eine sofortige Überprüfung an.

Nach dem von der Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch in Auftrag gegebenen Gutachten wurden Konzentrationenvon elf bis 110 Bequerel Plutonium 241 pro. Kilo errechnet. Der Grenzwert liege jedoch weit unterhalb der Nachweisgrenze, so daß bei Messungen eigentlich nichts gefunden werden dürfe. Für die Studie seien zwölf Staubproben auf Dachböden in einer Entfernung von 400 Metern bis fünf Kilometer vom Kraftwerk genommen worden. In sieben sei Americium 241 entdeckt worden.

Weitere Berichte siehe Krümmelseite

Bearbeitet am:23.11.1998 /ad


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