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vom  26.11.1998
Meiler Lingen erhält eigenes Zwischenlager        

Castortransporte werden vermieden

dpa Lingen/Hannover. Das Kernkraftwerk Emsland (KKE) in Lingen soll ein eigenes Zwischenlager für Atommüll erhalten. Das gaben gestern die VEW Energie AG (Dortmund) in Lingen und das niedersächsische Umweltministerium in Hannover bekannt. Das Zwischenlager solle in gut drei Jahren fertig sein und Castor-Transporte aus Lingen in die Zwischenlager Ahaus und Gorleben überflüssig machen, sagte VEW- Vorstandsmitglied Joachim Adams. Auch die Atommülltransportie in die britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield könnten dann beendet werden.
Bislang verfügt nur das Atomkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg über ein eigenes Brennelementelager.

Nach Angaben des niedersächsischen Urhweltministeriums ist geplant, neben dem Atomkraftwerk eine Halle für 120 Castor-Behälter zu errichten. Darin könnten mehr als 2000 abgebrannte Brennelemente zwischengelagert werden, sagte Ministeriumssprecherin Jutta Kremer-Heye. Mit dieser Kapazität könne das Zwischenlager 30 Jahre lang den gesamten Atommüll des Kraftwerks Emsland aufnehmen. Niedersachsens Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) wies darauf hin, daß diese Pläne keine Rückschlüsse auf
die Restlaufzeit des Reaktors zuließen.

Jüttner meinte, das Atomkraftwerk Emsland stelle sich mit diesem Schritt auf das Entsorgungskonzept der neuen Bundesregierung ein.

Die anhaltende öffentliche Diskussion um die Atom-Transporte sowie die "zum Teil bürgerkriegsähnlichen Zustände" bei den jüngsten Atomzügen nach Ahaus und Gorleben hätten zu der Entscheidung geführt, sagte Adams.

Bearbeitet am: 26.11.1998/ad


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