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vom  30.11.1998    

Zukunft ohne Atomkraft

dpa Kiel. Weil das Land Schleswig-Holstein zweieinhalbmal soviel Strom erzeugt wie es verbraucht, hätte das schnelle Abschalten eines alten Reaktors wie in Brunsbüttel für die Stromversorgung keine schlimmen Folgen.

"Die Stillegung des Atomkraftwerks Brunsbüttel würde aufgrund der bestehenden Überkapazitäten in Deutschland und Europa weder die Energieversorgung in Schleswig- Holstein noch in den Nachbarländer Hamburg und Niedersachsen gefährden", sagt Energieminister Claus Möller (SPD). Bei der Bruttostromerzeugung kamen die Atomkraftwerke im nördlichsten Bundesland 1997 mit 32 Millionen Megawattstunden auf einen Anteil von 84 Prozent. Über die Hälfte davon wird exportiert.

Wenn das Ministerium in Kiel die Vertretbarkeit von Stilllegungen begründet, führt es
auch an: Als in diesem Jahr zeitweise alle drei Reaktoren zur Revision abgeschaltet waren, habe dies überbrückt werden können, ohne daß in Norddeutschland die Versorgung gefährdet gewesen sei. Das "Geheimnis" ist das leistungsstarke Verbundsystem über Ländergrenzen hinaus. Allein aus Dänemark bezieht Schleswig-Holstein jährlich vier Millionen Megawattstunden.

Zum Atomstrom listet das Ministerium eine Reihe von Alternativen auf: An erster Stelle steht die Kraft-Wärme-Kopplung in Industrie und Kommunen. Windkraftanlagen sollen 2010 ein Viertel des Strombedarfs decken; derzeit sind es zwölf Prozent. Hinzu kommen Photovoltaik, Müll und nachwachsende Rohstoffe. Außerdem gibt es Optionen für den Bau von zwei konventionellen Kraftwerken in Brunsbüttel und Lübeck.

Bearbeitet am: 30.11.1998 /ad


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