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vom    01.10.1998

Genereller Einlagerungsstopp in Atom-Endlager
Morsleben vorerst tabu

dpa Magdeburg/Salzgitter. Im einzigen deutschen Endlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall in Morsleben wird bis auf weiteres kein Atommüll mehr eingelagert. Es sei ein genereller Einlagerungsstopp verfügt worden, sagte Arthur Junkert vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gestern. Das BfS betreibt die Anlage im Auftrag des Bundes. Die Umweltorganisationen Greenpeace und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstatteten unterdessen Strafanzeige gegen Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) wegen illegalen Betriebs des Endlagers.

Hintergrund ist eine einstweilige Anordnung des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) in Magdeburg vom vergangenen Freitag, die die Einlagerung von Atommüll in das sogenannte Ostfeld des ehemaligen DDRSalzbergwerks verbietet. Die Magdeburger Richter hatten geurteilt, daß das Endlager um das Ostfeld erweitert worden sei, ohne daß ein nach bundesdeutschem Recht erforderliches Planfeststellungsverfahren vorgenommen wurde.
Das OVG hatte einer Klage des BUND in einem Eilverfahren vorerst stattgegeben. Die endgültige Entscheidung muß noch folgen. "Bis zur Entscheidung in der Hauptsache wird in Morsleben nichts mehr eingelagert", sagte Junkert. Er begründete dies damit, daß das Ostfeld die künftige Hauptlagerstelle gewesen wäre. Andere Kapazitäten seien weitgehend ausgeschöpft.

Bearbeitet am: 01.10.1998/ad


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