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vom  05.09.1998

 Demo vor der Castor-Verladestation - BI stimmte auf neue Proteste ein:
"Heißer Herbst" wegen Kranausbau

dm Breese/Marsch. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg hat sich und ihre Mitstreiter gegen die Atomenergienutzung am Donnerstagabend bei einer Demonstration vor der Castor-Verladestation in Breese/Marsch auf weitere Proteste eingestimmt. Rund 300 Atomkraftgegner und einige Dutzend Polizisten waren dabei, als der stellvertretende Landrat Kurt Herzog (Bündnis 90/Grüne) und BI-Sprecherin Susanne Kamien einen "heißen Herbst" ankündigten.

Der Sommer habe dem Gorleben-Widerstand drei brisante Themen beschert, sagte Kamien: Castor-Strahlung, Einleitung der PKA-Abwässer in die Elbe und die geplante Kranerweiterung. Wie groß die Gefahr durch Castor-Behälter ist, sei weiterhin unbekannt. Eine in Betrieb gegangene Pilotkonditionierungsanlage (PKA) in Gorleben stelle ein noch größeres Gefahrenpotential dar. "Wir lassen uns durch ein Einwendungsverfahren nicht zum Schweigen bringen", bekräftigte Kamien unter dem Beifall der Zuhörenden.

Die Kranerweiterting bezeichnete die BI-Sprecherin als Startschuß zur Vorbereitung des nächsten Castor-Transportes nach Gorleben. Sie kündigte an, daß man dem Ausbau des Krangeländes nicht so freudig gegenüberstehen werde, wie dem Abbau des Verladekrans: "Das werden wir auch offen, öffentlich und offensiv dokumentieren".

Kurt Herzog hatte zuvor die Kranerweiterungspläne der Brennelementlager Gorleben GmbH (BLG) vorgestellt, "damit wir wissen, was wir hier in fünfmonatiger Bauzeit machen und warum". "Hier entsteht eine Festung", faßte Herzog zusammen. Das Eisenbahnbundesamt wickle den Erweiterungsantrag ab, als habe es den Kontaminationsskandal nicht gegeben.

Von Faßtransporten aus dem Gorlebener Zwischenlager berichtete Franzis Althoff vom Arbeitskreis Transportbeobachtung. "In Rambo-Manier" seien in dieser Woche Transporte mit Atommüllfässern nach Morsleben gestartet. Bei der Beladung sei die Werksfeuerwehr zweimal ausgerückt, so Althoff. Landesumweltminister Jüttner habe versprochen, zu überprüfen warum.

Als schlimmste Atomanlage bezeichnete Frank Krüger aus T'iesmesland eine in Betrieb gegangene PKA. Als Elbanwohner fühle er sich durch Einleitung der PKA-Abwässer in den Strom direkt bedroht. Krüger erinnerte an die Leukämiefälle in der Elbmarsch: "Kinder, Katzen und Hunde dürfen dann nicht mehr an den Strand, den Uferbereich und auf die Wiesen gelassen werden."

Bearbeitet am: 05.09.1998/ad


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