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vom 16.09.1998

Bund steckt in Sachen Atom-Endlager Gorleben zurück
Enteignung der Salzrechte ist vorerst vom Tisch

nt/Ihi Gorleben. Der Bund gibt seine jahrelangen Versuche, für ein atomares Endlager im Gorlebener Salzstock private Salzrechte zu enteignen, auf. Auch Kirchengemeinden im Raum Gartow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) brauchen nicht länger zu fürchten, ihre Gottesdienste in Kapellen abhalten zu müssen, unter denen Atommüll lagert. Der Anwalt des betroffenen Andreas Graf Bernstorff und der Kirche, Reiner Geulen, sprach von einem großen Erfolg.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ließ sich jedoch eine Hintertür offen: "Sollte der jetzt erkundete nordöstliche Teil des Salzstocks nicht ausreichen, so würden wir erneut die Enteignung des Grafen betreiben", so BfS-Sprecher Eckart Viehl. Ein Enteignungsverfahren war deshalb notwendig geworden, weil weder Bernstorff noch die Kirchengemeinden ihre alten Salzrechte freiwillig für ein ihrer Ansicht nach gefährliches und überflüssiges Projekt hergeben wollen. Geulen sieht im Stopp der Enteignung "endlich die Einsicht in die Rechtslage, nach der das Berggesetz dies überhaupt nicht zuläßt".

Bis zum Jahr 2005 soll feststehen, ob der derzeit in der Erkundung befindliche Nordost- Teil des Salzstocks die Voraussetzungen für die Einlagerung von einer Million Kubikmeter Atommüll erfüllt. Nach den derzeitigen Prognosen sollen in Gorleben bis zum Jahr 2080 rund 440000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfälle unter der Erdoberfläche verschwinden, daneben in einem größeren Salzvolumen die bis dahin angefallenen hochradioaktiven Reststoffe. Der Bund sieht die bisherigen Erkundungsergebnisse positiv. Im Nordosten lägen größere Steinsalzpartien als erwartet.

Bearbeitet am: 16.09.1998/ad


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