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DPA „Lexikon“ der
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vom 20.11.2001

Ebenso umstritten wie notwendig

Die heftig umstrittene Wiederaufbereitungsanlage für Atom-Brennstäbe in Sellafield an der Nordwestküste Englands ist die größte Europas. Nur sieben Jahre nach der Einweihung 1950 ereignete sich dort der nach Ansicht von Experten größte Unfall vor Tschernobyl: Ein Brand konnte erst nach drei Tagen gelöscht werden, eine Atomwolke zog über Großbritannien hinweg.

Heute ist Deutschland nach Japan und Großbritannien der größte Kunde. Ein Zehn-Jahres- Vertrag, der bis zum Jahr 2004 läuft, sieht die Aufarbeitung von insgesamt 1000 Tonnen Kernbrennstoff aus deutschen Kraftwerken vor. Das Volumen der deutschen Aufträge beläuft 3,3 Milliarden Mark. Bei der Aufarbeitung des Brennstoffs entsteht Uran, der Bombenstoff Plutonium und eine hochradioaktive Abfalllösung. Diese wird zum Transport Zwischen- oder Endlager in Glas eingeschmolzen. Laut Greenpeace wird auch der deutsche Abfall aus Sellafield bei einem Rücktransport ins atomare Zwischenlager nach Gorleben gebracht.


Kommentar:

Dpa verschweigt: Für wen die Wiederaufarbeitung notwendig ist.

Dass die Masse des radioktiven Mülls bei der Aufarbeitung um das Zwölffache vergrößert wird. Dass bei der Aufarbeitung ein Plutonium-Überschuss entsteht und niemand weiß, wohin damit.

Dass die Wiederaufarbeitung für die Abfallbehandlung die teuerste denkbare Methode ist.

Dass die Wiederaufarbeitung nur deshalb praktiziert wird, weil es weltweit kein Endlager gibt.

Dass die Wiedraufarbeitung rechtlich als „Entsorgungsnachweis“ gilt, jedoch definitiv keine Entsorgung ist, sondern die Probleme lediglich verschlimmert.

Dass Luft und Wasser im Gebiet der Wiederaufarbeitungsanlagen in unverantwortlicher Weise radioaktiv verseucht werden.

Bearbeitet am: 05.12.2001/ad


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