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vom 07.02.2005 

»Bitte spucken»

Gentests für Castor-Gegner? - Satirische BI-Aktion

Weiter Berichte von der Aktion unter:

http://www.subkontur.de/fotoberichte/20050205/gentests.html

ab Lüchow. Was sonst verpönt ist, in der Öffentlichkeit für Anstoß sorgt und schlechte Manieren des Verursachers verrät, war am Sonnabend auf dem Lüchower Marktplatz ausdrücklich erlaubt und gewünscht. „Bitte spucken Sie in dieses Glas", wurden zur mittäglichen Marktzeit Passanten von Mitgliedern der hiesigen Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) und. weiteren Castor-Gegnern aufgefordert. Auch Haare beispielsweise, Fingernägel, Hautschuppen und sogar benutzte Kondome konnten in dem Glas deponiert werden.

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Bild Einen Rachen-Abstrich, von Dieter Metk vorgenommen, ließ auch Marianne Fritzen über sich ergehen. So trug die Kolbornerin zum Gelingen des satirischen Gentests bei. Aufn.: A. Blütling

Ein Protest gegen Gentests war es, mit dem Demonstranten vorgestern den drei Befürwortern solcher Tests - Bundesinnenminister Schily, Niedersachsens Innenminister Schünemann und Bayerns Innenminister Beckstein satirisch „in die Suppe spuckten". Das Trio wolle gemeinsam einen neuen Angriff auf die Menschenwürde und die Freiheitsrechte der Bürger starten, erläuterte BI-Sprecher Dieter Metk den Hintergrund der Aktion, den man „als vorauseilenden Gehorsam" verstehe.

Werde es bald auch „Gentests für Atomkraftgegner" geben? Diese Frage war vorgestern am BI-Stand auf einem Plakat zu lesen. Da könne einem schon die Spucke wegbleiben. Schünemann und Beckstein jedenfalls sprächen sich dafür aus, künftig in bestimmten Fällen auch die DNA von demonstrierenden Castor-Gegnern zu analysieren und zu speichern.

Hintergrund der satirischen Aktion war laut BI-Sprecher Metk allerdings „die erschreckende Befürchtung, dass sich die unglaublichen Begehrlichkeiten der innenministeriellen Datensammler wohl nicht verhindern lassen". Angesichts des Fahndungserfolges im Zusammenhang mit dem Mooshammer-Mord werde die populistische Forderung öffentlich derzeit kaum hinterfragt.

Bearbeitet am: 07.02.2005/ad


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