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vom 17.10.2005 

»Stuhlprobe» und ein Volleyballturnier

Castor-Zeit im Wendland beginnt mit zwei Aktionen

rg Breese/M./Grünhagen. Mit gleich zwei Aktionen haben Castor-Gegner am gestrigen Sonntag im hiesigen Kreisgebiet die »fünfte Jahreszeit» im Wendland eingeläutet.

17.jpg (15938 Byte) Bild: So nah wie in dieser Szene ließen die Polizisten die rund 150 Demonstranten selten an die Schiene. Schon jetzt, gut einen Monat vor dem Castor-Transport, wurde streng darauf geachtet, dass die Castor-Gegner die Gleise nicht betreten. Aufn.: R. Groß

In Breese in der Marsch trafen sich rund 40 Demonstrantinnen und Demonstranten zur so genannten »Stuhlprobe». In unmittelbarer Nähe zum Verladekran belegten die Teilnehmer der nicht angemeldeten Demonstration für gut zwei Stunden die Hälfte der Straße mit Stühlen und Tischen, um zu musizieren, Kaffee zu trinken und ihrem Unmut über den anstehenden Castor-Transport nach Gorleben Luft zu machen. »Wir wollen zeigen, dass das hier unsere Heimat ist, unser Landkreis und unsere Straßen», betonte Edelgard Gräfer, eine der Initiatorinnen der Demonstration. »Viele von uns sind seit 30 Jahren dabei», erläuterte sie den Hintergrund der Aktion beim Verladekran. »Und da wir nicht mehr nächtelang auf der Straße sitzen können und wollen, haben wir uns eben gedacht, wir nehmen uns Stühle mit.»

Die Aktion verlief vollkommen friedlich, die wenigen anwesenden Polizeibeamten beschränkten sich auf die Verkehrsregelung. An den Bahnschienen im Wald bei Grünhagen fanden sich am Sonntagnachmittag rund 150 Castor-Gegner ein, um ein Volleyballturnier um den »Göhrde-Pokal in Silber» zu veranstalten. Als Netz dienten dabei die Schienen der Castor-Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg. Für Unterhaltung und das leibliche Wohl der Veranstaltungsbesucher waren eine Musikanlage und eine Teestube aufgebaut worden. Auch hier blieb alles friedlich, die eingesetzte Bereitschaftspolizei und der Bundesgrenzschutz hielten lediglich hin und wieder einige der Turnier-Teilnehmer vom Gang auf den Schienen ab. Ein durchfahrender Zug konnte ohne Probleme passieren.

 

Bearbeitet am: 17.10.2005/ad


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