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vom 28.10.2008

»Gemeinsam zum Zug»

»WidersTanz» bei Grünhagen: essen, tanzen, protestieren

rg Harlingen. Immer wieder sonntags, immer ab 14 Uhr: In schöner Regelmäßigkeit treffen sich seit einigen Wochen Atomkraftgegner an der Bahnstrecke Dannenberg-Lüneburg. Und zwar zum »WidersTanz», wie sie die Treffen getauft haben.

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Bild:Rund 150 Atomkraft-Gegner spazierten am Sonntag - musikalisch begleitet - auf den Gleisen bei Grünhagen entlang. Polizeikräfte eskortierten sie die ganze Zeit über. Aufn.: R. Groß

150 Menschen waren es an diesem Wochenende, die auf einer Wiese in der Nähe des Bahnübergangs Grünhagen in den Wäldern zwischen Harlingen und Tollendorf zusammenkamen. Mit Treckern, Pferden, Motorrädern und zu Fuß. Um gemeinsam zu essen, Kaffee zu trinken, zu tanzen - und um gemeinsam auf die Schiene zu gehen.

»WidersTanz» ist eine Art Training für den »Tag X», den Tag also, an dem im November der Zug mit den elf Atommüll-Behältern ins Wendland rollen wird. Wie schon bei den vergangenen Transporten wollen sich die Atomkraft-Gegner in und um die Göhrde dem Zug in den Weg setzen, und zwar auf der Schiene. Der »WidersTanz» sei dazu eine Art »Vorbereitungstreffen», erläutert einer der Ini- tiatoren. Ziel: »Gemeinsam zum Zug kommen» - eine große Schienenblockade. Getanzt wird tatsächlich an diesem Sonntag bei Grünhagen. Erst im Halbkreis, unter Anleitung einer Tanzlehrerin, wenig später dann - nach kurzem Marsch durch den Wald - auf der Schiene, auf der sich die Protestler im Takt der Musik in Richtung Harlingen bewegen. Schon nach einigen Minuten bekommt der Zug der Demons-tranten Gesellschaft, in Form einer Einheit der Bundespolizei. Die eskortiert und filmt die Atomkraftgegner, greift aber nicht ein. Nicht einmal, als sich einige der »WidersTänzer» auf den Schienen niederlassen. Es wird seitens der Polizei lediglich per Megafon verkündet, dass alle, die verbotenerweise die Gleise betreten, fotografisch und per Videokamera festgehalten werden und mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige rechnen müssen.

Am kommenden Sonntag will man am Bahnhof Leitstade »widerstanzen». Als Generalprobe sozusagen, bevor am darauffolgenden Wochenende der Atommüll-Transport rollt. »Der Castor soll auf der Strecke bleiben», kündigen die »WidersTänzer» an. »Basta!» Und dafür wird weiter trainiert.

Bearbeitet am: 28.10.2008/ad


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