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vom 06.02.2009

»Atomforum umzingelt»

Protest in Berlin: Gorleben-Gegner fokussieren Endlager-Problem

gel Berlin/Gorleben. Rund 1500 Atomkraftgegner, darunter auch mehrere aus dem Gorleben-Widerstand, haben am Mittwoch in Berlin das »Atomforum umzingelt». So lautete das Protestmotto einer Menschenkette rund um das Maritim-Hotel in Berlin-Mitte.

Dort fand die zweitägige Wintertagung des Deutschen Atomforums statt, der Lobby für Kernenergie. Der Titel in diesem Jahr: »Energieverantwortung für Deutschland». Die Anti-Atom- und Umweltverbände bezeichnen die Wintertagung dagegen als »Propagandaveranstaltung der Atomwirtschaft».

Schon der Titel der Tagung sei eine »irreführende Anmaßung» gewesen, teilen die Atomkraftgegner mit. Denn die Betreiber nähmen mit ihren alternden Atommeilern Tag für Tag die Möglichkeit einer Großkatastrophe billigend in Kauf. Rainer Baake, einst Staatssekretär im grünen Bundesumweltministerium und heute Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, meint: »Wer sich heute wieder für längere Laufzeiten alter Atomkraftwerke stark macht, verbarrikadiert zwangsläufig den Weg in ein modernes Energiesystem».

Mit einem Sonderbus und Pkw waren etwa 40 Atomkraftgegner aus Lüchow-Dannenberg nach Berlin gereist und bei der »Umzingelung» dabei. Und sie nutzten die Gelegenheit, um auf das ungelöste Endlager-Problem aufmerksam zu machen: Ein halbes Jahrhundert nach dem kommerziellen Start der Atomenergie existiere weder in Gorleben noch anderswo auf der Welt ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Die beiden Vorsitzenden der Bürgerinitiative Umweltschutz, Kerstin Rudek und Gerhard Harder, meinen übereinstimmend: In einer solchen Situation die Atommüllhalden noch vergrößern zu wollen, sei das exakte Gegenteil von »Energieverantwortung für Deutschland». Die Atomlobby müsse vielmehr aus den »desaströsen» Ergebnissen in den gescheiterten Endlagern Asse und Morsleben die logische Konsequenz ziehen und sofort aus der Atomenergie aussteigen.

Bearbeitet am: 06.02.2009/ad


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