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vom 10.04.2010

 

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Bischofsvikar will mit Minister reden

»Wort der Landessynode» unterstützt Kirche bei Gorleben-Frage

pw Dannenberg. Die Entscheidung der Bundesregierung, den Gorlebener Salzstock weiter auf seine Eignung als atomares Endlager zu erkunden, war eines der Themen, das die Mitglieder des Kirchenkreistages am Donnerstagabend im Dannenberger Gemeindehaus beschäftigte. Bereits im November hatte der Lüchow-Dannenberger Kirchenkreis eine Anfrage an die Landessynode geschickt, in der er um Unterstützung in der Endlager-Frage gebeten hatte - mit Erfolg.

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Bild: Seelsorger als Vermittler: Pastoren und Diakone aus dem Kirchenkreis bereiten sich bereits auf den im Herbst anstehenden Atommülltransport vor. Aufn.: EJZ-Archiv/R. Groß

Das auf der Herbstsynode beschlossene »Wort der Landessynode» hat dem Landeskirchenamt eine Arbeitsgrundlage gegeben, »die Kirchengemeinden als Eigentümerinnen von Salzabbaugerechtigkeiten rechtlich zu beraten und zu begleiten». »Erste Arbeitssitzungen haben bereits stattgefunden», berichtete Kirchenkreistagsvorsitzender Alexander Haase-Mühlner dem Kirchenkreistag.

In dem »Wort der Landessynode», das auch an das Bundesumweltministerium verschickt wurde, bedauert die Landessynode »vor dem Hintergrund der Asse-Problematik», dass die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert werden sollen und dass Kernenergie als sogenannte Brückentechnologie bezeichnet wird, berichtete die Synodale Christa Dierks. Weiterhin habe die Synode »kein Verständnis dafür, dass die Erkundung des Gorlebener Salzstocks wieder aufgenommen wird», und zwar ohne verbindliche und für die Bevölkerung transparente Auflagen. Die nicht beabsichtigte Bürgerbeteiligung sowie die Tatsache, dass es keine alternative Standortsuche zu Gorleben geben soll, sind weitere Kritikpunkte des »Wortes der Landessynode», auf die das Kirchengremium am 15. März eine Antwort von Bundesumweltminister Norbert Röttgen erhalten hat.

Dabei habe sich gezeigt, dass vor allem bei den Kriterien zur Endlagersuche, der alternativen Standortsuche und der Frage, ob Gorleben nach Berg- oder Atomrecht erkundet wird, »die Meinungen auseinandergehen», so Christa Dierks. Darum suche Bischofsvikar Hans-Hermann Jantzen aus Lüneburg baldmöglichst das Gespräch mit dem Umweltminister, bei dem es auch um die Beteiligung der Kirche bei der Endlagersuche gehen soll.

Währenddessen bereiteten die hiesigen Pastoren und Diakone sich bereits auf den Herbst vor, wenn wieder Castoren nach Gorleben rollen sollen, sagte Alexander Haase-Mühlner, denn: »Bei alledem wissen wir derzeit nicht genau, was auf unsere Region zukommen wird.»

Ein weiterer Bericht über den Kirchenkreistag erscheint in einer der nächsten Ausgaben.

 

Bearbeitet am: 10.04.2010/ad


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