vom 28.02.1998

Atommüll

Brandanschlag auf "Castor"-Herstellerfirma

MÜLHEIM, 27. Februar (dpa/ap). Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag auf die Herstellerfirma der "Castor"-Behälter für Atommüll in Mülheim an der Ruhr einen Brandanschlag verübt. Die Essener Polizei erklärte, es handele sich offenbar um einen politisch motivierten Anschlag vor dem Hintergrund des für Ende März geplanten"Castor"-Transports ins westfälische Ahaus. Den Angaben zufolge wurden Holzpaletten mit einem Brandbeschleuniger entzündet. Mitarbeiter einer Wachfirma entdeckten das Feuer, das schnell gelöscht werden konnte und nur geringen Schaden anrichtete.

An der Außenfassade der Halle der Mülheimer Gesellschaft für Nuklearbehälterbau hatten die Täter die Parole "Atom-Mafia angreifen" gesprüht. Vor dem "Castor"-Transport nach Ahaus hatten Atomkraftgegner erst vor wenigen Tagen nach Ermittlungen der Polizei Anschläge auf Bahnstrecken verübt.

Aus Protest gegen den "teurern und sinnlosen Atommülltransport" nach Ahaus schickte Greenpeace 112 Millionen Mark in "Castor-Bankrottnoten" an Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU). Soviel werde der Müll-Transport aus Süddeutschland etwa kosten, erklärte die Organisation. Unterdessen gehe der öffentlichen Hand das Geld aus.

Bearbeitet am: 05.03.1998/ad


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