21.03.1998

Gesundheitsschäden

Gewerkschaft der Polizei verlangt Haftungszusage

KÖLN, 20. März (afp/dpa). Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Bundesinnenministerium aufgefordert, volle Haftung für mögliche Strahlenerkrankungen von Polizeibeamten durch den "Castor"-Transport nach Ahaus zu übernehmen. ,Es ist nicht endgültig geklärt, ob die Behälter wirklich sicher sind", sagte GdP-Vorstandsmitglied Hans-Dieter Wimmer dem Kölner Express. Das Ministerium solle bei allen Gesundheitsschäden durch Strahlenbelastung die volle Haftung übernehmen und eine angemessene Versorgung sicherstellen.

Wimmer nannte als mögliche Folgeschäden "vor allem Fehlgeburten und Krebs, insbesondere Leukämie". Diese Krankheiten würden oft erst 15 Jahre nach der Bestrahlung festgestellt, "dann muß es eine Absicherung geben". Die Deriionstranten, "die für Gesundheit und Leben eintreten", sollten Polizisten nicht zwingen, beim Einsatz den Sicherheitsabstand zum "Castor" zu unterschreiten, so der Gewerkschafts-Chef.

Der Bundesverband der Christlichen Demokraten gegen Atomkraft will verstärkt Polizisten als Mitglieder werben. Vorsitzender Detlef Chrzonsz sagte, die Beamten würden "bei den überflüssigen Castor-Transporten regelrecht verheizt".

Bearbeitet am: 27.03.1998/ad


zurück zur Homepage