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vom 19.05.1998  

Atom-Pannen werden geprüft
Verstoß gegen Bestimmungen steht zweifelsfrei fest

Von Helmut Lölhöffel

BONN, 18. Mai. Zusammen mit der Energiewirtschaft will das Bundesumweltministerium am morgigen Mittwoch die Folgen von Sicherheitsmängeln bei Atomtransporten besprechen. Das Ministerium erwartet, wie die FR am Montag in Bonn erfuhr, Vorschläge für "konkrete Abhilfemaßnahmen", aber auch Erläuterungen, "warum die Behörden davon nichts erfahren haben".
Außerdem wird zur Zeit nachgeforscht, welche Bedeutung das Wort "exterieur" hat. Es kommt in einem amtlichen Bericht aus Frankreich vor und läßt eine Kontamination der Außenwände von Transportbehältern vermuten. "Wir haben den Verdacht", sagte ein Fachmann, "daß es Kontaminationen auch außerhalb der Abdeckhauben gab". Wenn das zutrifft, liege der Schluß nahe, daß unsorgfältig gearbeitet wurde".

Atomtransporte aus deutschen Kern bleiben so lange ausgesetzt, bis ein angeforderter Bericht der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) vorliegt. Dieser wird in Bonn bis Ende Mai erwartet. Darin soll "das Geschehene dokumentiert" und so bewertet werden",daß das Phänomen nicht mehr auftritt", heißt es im Umweltministerium. Danach müßten die Verladepraktiken deutscher Betreiber auch für andere Lager wie das britische Sellafield aufgearbeitet werden.

Nach dem gegenwärtigen Stand der Erkenntnisse steht "zweifelsfrei fest", daß es einen "Verstoß gegen geltende Bestimmungen" gab. Andererseits habe die Überschreitung der Grenzwerte keine zusätzliche Strahlung bewirkt und keine Gefährdung ausgelöst. Am heutigen Dienstag beraten die Experten von Bund und Ländern im zuständigen Fachausschuß "Brennstoffkreislauf" über die erhöhten Strahlenwerte an deutschen Atomwaggons. Diese waren französischen Messungen zufolge stellenweise bis zu 3000 mal höher als erlaubt.

Bearbeitet am: 19.05.1998/ad


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