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vom 08.02.2020

„Rückkehr der Untoten”

BI unterstützt Bündnis gegen Castor-Transport

Lüchow (emk). Erstmals nach vielen Jahren sollen wieder Castor-Transporte in Sellafield in England und aus La Hague in Frankreich nach Deutschland rollen. Als Auftakt droht noch in diesem Frühjahr ein Atommülltransport aus Sellafield ins Zwischenlager im hessischen Biblis. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) unterstützt das Bündnis. das sich gegen diese Transporte zur Wehr setzt: ,,Der Nachklapp zu den Castor-Transporten, die bis 2011 nach Gorleben rollten, wirke wie die Rückkehr der „Untoten". Und auch die medial befeuerte Debatte um eine „Renaissance" der Atomkraft gehört zu diesem Genre."

Atomkraftgegner aus dem Wendland haben auf einer Bahnstrecke nahe Lüchow im Vorfeld des Castortransports von Sellafield nach Biblis im Frühjahr 2020 ihren Protest kundgetan. „Wir haben in all den Jahren so viel Unterstutzung von
Euch erfahren, heute ist es umgekehrt: Heute sind wir sagen sie.

Foto: BI

Die Auseinandersetzung urn die Atomkraft hat gerade wieder Fahrt aufgenommen. Derzeit wird nicht der Klimakatastrophe gegengesteuert, sondern die Energiewende sabotiert. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: ,,Deshalb heiß3t es praventiv: Castor-Stopp meint auch Atomkraft-Stopp!" Mit einem „Aktionsbild" warb sie am Wochenende für die Unterstützung der Proteste. Für viele Menschen sei der deutsche Atomausstieg beschlossene Sache.

Doch sechs Reaktoren laufen
noch. Di ;Frage sei, ob durch das Abwürgen der Energiewende Sachzwänge geschaffen werden sollen, um deren Weiterbetrieb über die vorgesehen Stilllegungsdaten hinaus zu erzwingen.

Jeder Transport bedeutet auch das Risiko von Unfällen, Sabotage oder Anschlägen. „Ein Castor-Behälter ist nicht „absolut sicher", wie es die Betreiber immer behaupten. Ihrer Konstruktion liegen unrealistische Unfallszenarien zugrunde, so dass von großflächiger Verseuchung bei einem schweren Unfall mit Freisetzung des Inventars ausgegangen werden muss. Risikominimierung bedeutet Transporte-Stopp! Solange es kein Endlager in Deutschland gibt, machen diese Transporte keinen Sinn", unterstreicht die BI. Der Zeitplan der Endlagersuche bringe es außerdem mit sich, dass die Behälter deutlich länger als bisher genehmigt in den Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen, das berge völlig neue Risiken. Zwar wird bekanntlich „neu gesucht", doch das Suchverfahrens ist mit vielen Fehlern behaftet.

Eine Option ist: Gorleben bleibt der Notnagel für den Fall, dass die Endlagersuche scheitert.

Bearbeitet am: 09.02.2020/pm


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