vom 01.04.1998

Polizeifahrzeug kollidiert mit Riesenmaulwurf

Tiermediziner, genetische Zeitbombe" / Merkel bestürzt / BLG: Keine Gefahr für die Bevölkerung"

Quickborn (nt). In der vergangenen Nacht stieß ein Polizeifahrzeug unweit der B 191 in der Nähe von Quickborn mit einem Riesenmaulwurf (siehe Foto) zusammen. Während die Beamten mit dem Schrecken davonkamen, verendete das über vier Meter lange und mindestens eine Tonne schwere Tier noch an der Unfallstelle.

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In einer ersten Stellungnahme mutmaßten Experten vom veterinärmedizinischen Institut Hannover, daß es sich bei dem Riesenmaulwurf um eine Mutation handelt.
Die Fachleute vermuten, daß "sich aufgrund der jahrelangen Grabarbeiten im Bereich Gartow/Gorleben die ortsansässige Maulwurf-Population in Richtung Norden bewegte." Wegen häufiger Strahlenexpositionen, vermutlich durch Atomtransporte, könne es dabei zu Mutationen gekommen sein.

Großmaulwürfe unter Artenschutz ?

"Bislang sind dies aber alles nur Thesen", betonte Dr. Frank Neuschulz vom BUND. In den nächsten Tagen soll das ungewöhnlich große Tier in die Tiermedizinische Hochschule in Hannover gebracht werden, wo es von einer internationalen Expertengruppe untersucht und präpariert werden wird.

Atomgegner vermuten, daß der gestrige Vorfall nicht das erste Mal sei, daß sich die Riesenmaulwürfe an der Oberfläche zeigten. Durch den Todesfall an der B 191 ließe sich diese "genetische Zeitbombe" aber nicht länger vertuschen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) bestürzt: "Ein echtes Problem", so Merkel, da Maulwürfe unter Naturschutz stehen. Nun muß geklärt werden, ob auch Riesenmaulwürfe unter Schutz stünden. Dann nämlich, so ein Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI), müßten künftige Castor-Transporte unter viel strengeren Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Mit dem Bekanntwerden des Vorfalls bestätigen sich Vermutungen, nach denen die wiederholte Untertunnelung der Castor-Transportstrecke zwischen Dannenberg und Gorleben auf das Konto mutierter Großmaulwürfe gehen. Der Sprecher der Gorlebener Brennelementlager-Gesellschaft BLG, Jürgen Auer, betonte, das "zur Zeit keine Gefährdung für die Öffentlichkeit besteht."

Bearbeitet am: 01.04.1998/ad


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