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Pressemitteilung vom 29.05.2010

Gorleben: Tiggemanns Gefälligkeits - Expertise verfehlt Wirkung

Als "durchschaubaren Versuch, Gorleben gesundzubeten" bezeichnet die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte die Ausführungen des Historikers (und Mitarbeiters der CDU-Fraktion aus NRW) Dr. Anselm Tiggemann, der heute im Umweltministerium in Hannover im Beisein von Umweltminister Sander zur Standortbenennung Gorlebens referierte.

Tiggemann bezeichnete den Prozess der Standortauswahl zunächst als "sachgerecht", musste auf Nachfrage seine Aussagen jedoch mehrmals relativieren. So räumte er ein, dass der Auswahlprozess lediglich für die Auswahl als Nukleares Entsorgungszentrum mit Wiederaufarbeitungsanlage als "sachgerecht" bezeichnet werden könnte, nicht was die Suche nach einem Endlager angehe. "Die Endlagerkriterien wurden schließlich nur mit 12,8% berücksichtigt," erinnert Staudte.

Tiggemann verwies auf ein ihm bisher unbekanntes KEWA-Gutachten, aus dem Gorleben im Vergleich mit den Favoriten Wahn, Lichterhorst und Lutterloh als geeigneterer Standort hervorginge. "Im Kleingedruckten seiner Expertise wird jedoch deutlich, dass in diesem Gutachten geologische Kriterien nur einfach, raumordnerische Aspekte wie Bahnanschluss und landwirtschaftliche Nutzung jedoch doppelt bzw. vierfach gewichtet wurden," erklärt Staudte. "Man versuchte Ende der Siebziger Jahre mit diesen Zahlenspielen den Standort nachträglich schönzurechnen," so die Abgeordnete. "Tiggemanns Auftritt war ein jämmerlicher Versuch, es dem Auftraggeber Sander Recht zu machen," erklärt die Abgeordnete. "Sanders Beteuerungen mit der Expertise sei nun bewiesen, dass Gorleben wissenschaftlich fundiert ausgewählt wurde, sind ein unglaubwürdiger Akt der Hilflosigkeit.

Die Landesregierung steht was Gorleben angeht mit dem Rücken zur Wand. " Staudte fordert ein neues, ergebnisoffenes Standortsuchverfahren und die grundsätzliche Abkehr von Endlagermedium Salz.

Miriam Staudte
Bündnis´90/Die Grünen
Mitglied des Landtags

Bearbeitet am: 22.05.2010/ad


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