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vom 29.10.2005

kronauer und atomkraft

Austritt aus Autorenverband

Die Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer (64) hat nach mehr als 25-jähriger Mitgliedschaft ihren Austritt aus dem Verband deutscher Schriftsteller erklärt. "Das Positionspapier zur Energiepolitik, das die Gewerkschaft ver.di mit unterschrieben hat, lässt sich in keiner Weise mit meinen Überzeugungen in Einklang bringen", heißt es in einem Schreiben Kronauers an den Verband, der zu ver.di gehört. In dem Positionspapier, von dem sich die Gewerkschaft unter Verweis auf Missverständnisse teilweise wieder distanziert hat, haben die großen Energiekonzerne ein unbefristetes Festhalten am Atomstrom verlangt.

"Es ist für mich schmerzlich, auszutreten. Aber ich finde es unerträglich, in einer Gewerkschaft zu sein, die die mühsamen Errungenschaften wie Atomausstieg und Kyoto-Protokoll wieder in Frage stellt", sagte Kronauer. Die in Essen geborene Schriftstellerin, die seit 1974 in Hamburg lebt und arbeitet, erhält am 5. November in Darmstadt die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, den Georg-Büchner-Preis. Zu ihren bekanntesten Romanen gehören "Rita Münster" (1983), "Berittener Bogenschütze" (1986) und "Teufelsbrück" (2000). So konsequent, wie sie 1971 ihren Lehrerberuf zugunsten des Schreibens aufgab, so konsequent arbeite sie, schrieb einst der Spiegel, an der "Radikalität der poetischen Detailwahrnehmung". Der politischen offenbar auch. taz/dpa

Bearbeitet am: 29.10.2005/ad


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