taz.gif (2747 Byte)

vom 06.06.2006

Der Castor rollt auch 2006

Bürgerinitiative rechnet mit Ankunft in Dannenberg am 13. November. Der Abfall, der danach kommt, wird stärker strahlen. Die neuen Behälter sind bereits in Planung

HANNOVER taz Allen anders lautenden Ankündigungen des niedersächsischen Innenministeriums zum Trotz rechnet die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg erneut für November mit dem Transport von zwölf Castor-Behältern in das Zwischenlager Gorleben.

"Nach unseren Informationen wurde bei der Polizei für November wegen des Transportes bereits eine Urlaubssperre verhängt", sagte der Sprecher der BI, Francis Althoff. Man gehe daher von einem Transport im November aus und bereite Aktionen dagegen vor. Offenbar sollen die zwölf Behälter mit in Glas eingeschmolzenen Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente am 13. November Dannenberg erreichen.

Für 2007 erwarten die Bürgerinitiative und auch der Betreiber des Zwischenlager Gorleben allerdings keine Lieferung von hochradioaktiven Abfällen aus Frankreich in das Zwischenlager. Nach Angaben der Brennelementlager Gorleben (BLG) sind dafür neue Behälter notwendig, um den strahlenden Müll aus Frankreich zurückzubringen. Die sind allerdings bislang weder genehmigt noch gefertigt. Die in Glas eingeschmolzenen Wiederaufarbeitungsabfälle, die man ab 2007 zurückholen werde, seien heißer und würden stärker strahlen, da sie in der WAA nicht so lange hätten abklingen können, meinte BLG-Sprecher Jürgen Auer. Nach Angaben der BI kommt zudem hinzu, dass auch die Brennelemente, auf deren Wiederaufarbeitung die Abfälle zurückgehen, einen höheren Abbrand hatten und deswegen stärker strahlten. Bevor die Fertigung der neuen Behälter beginnen könne, müssten sie von der Bundesanstalt für Materialprüfung und dem Bundesamt für Strahlenschutz noch geprüft und zugelassen werden, sagt Auer. Mit der Produktion der neuen Behälter könne man erst danach beginnen. 2007 werde es daher keinen Transport aus Frankreich nach Gorleben geben.

Nach Angaben der Bürgerinitiative könnten stattdessen allerdings 2007 fünf Castor-Behälter mit Abfällen aus der kleinen ehemaligen deutschen Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe in das niedersächsische Zwischenlager gebracht werden. Bislang wird allerdings in Karlsruhe noch die Verglasungsanlage getestet, die zum Einschmelzen der dortigen Wiederaufarbeitungsabfälle dienen soll. JÜRGEN VOGES

Bearbeitet am: 06.06.2006/ad


Zurück zur Homepage